Nähen

Meine 7 blödesten Nähfehler (und wie du sie vermeidest)

Dieser Post nagt ja so ein bisschen an meinem Ego… Wer möchte schon gerne blöde Fehler eingestehen?

Zumindest waren sie so offensichtlich, man könnte schon fast drüber lachen!

Man sollte drüber lachen!

Damit du nicht das Gleiche durchmachen musst wie ich, hab ich mal eine illustre Zusammenstellung meiner absurdesten Nähfehler aufgeschrieben.

Auf das du immer an diesen Post denken wirst und es dir nicht passiert!

Abnäher ausschneiden

Upps… da wurde zu viel weggeschnitten, zum Glück war es nur ein Probeteil! Und nicht von mir!!

Tatsächlich… ich kann das nicht leugnen. Und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen: es ist nicht nur einmal, sondern zweimal passiert.

Und das eine mal waren es Taillenabnäher. Ja, die Abnäher die mitten im Oberteil sind. Ich weiß auch nicht, wo mein Kopf da war.

Normalerweise passiert es ja eher, dass man beim Zuschnitt einfach um die nächste Ecke schneidet und schwups… das war der Abnäher. Das Beispielbild oben ist so ein Unfall, der der Cousine meines Mannes passiert ist.

Aber sich hinzusetzen und mitten im Teil Löcher rein zu schnippeln erfordert ja doch etwas niedere Beweggründe.

Um es aufzulösen, es war glücklicherweise nur ein echt hässliches Probeteil. Ich hab es notdürftig mit Stoffstreifen geflickt, um die Abnäher doch noch nähen zu können.

War nicht meine größte Stunde…

Falsches Schnittmuster für falschen Stoff

Ok, das ist etwas, was manchmal tatsächlich funktionieren kann.

Aber generell sollte man sich schon an die Stoffempfehlungen halten, die die Schnittmacher oder -herausgeber dazuschreiben.

Das beste, wenn auch etwas übertriebene, Beispiel ist wohl das körperbetonte T-Shirt, dass eigentlich aus Jersey geschneidert werden sollte, aber nun doch Webware gewählt wurde.

Resultat ist wohl ein undehnbares, viel zu enges und somit untragbares Oberteil. … das wohl nie getragen wird, echt blöd.

Das ist mir übrigens mal nicht passiert! Also das mit dem T-Shirt.

Klar hab ich auch schonmal andere Stoffe als vorgeschlagen verwendet, konnte aber immer alles noch so retten. Eine Hose ist mir im Gedächtnis geblieben. Das Schnittmuster wurde für Stretchstoffe ausgelegt. Ich nahm aber einen ohne. Etwas eng war sie… ging aber gerade noch mal gut.

Nur an einer Naht Weite zugeben

Noch eine große Sternstunde meiner Karriereanfänge. Mittlerweile verbuche ich das als Teenager-Anfängerfehler, denn es hat mir tatsächlich etwas gezeigt. Eigentlich sogar zwei Dinge.

Aber der Reihe nach. Zu meinem Abiball wollte ich natürlich ein selbstgenähtes Kleid anziehen. Also wurde ein Schnittmuster besorgt, probegenäht, Stoffe gekauft; einen Stoff hab ich sogar bedruckt. Es gab mich damals nicht ohne Leopardenmuster!

Nun ja, alles war auch eigentlich ganz gut, nur, warum auch immer, hatte ich auf einmal die Idee, den Rock noch etwas weiter, schwingender zu gestalten.

Da muss doch dann einfach mehr Weite an den Saum. Gesagt, getan. Nur stellte ich die komplette Weite an den unteren Teil der hinteren Mitte. Quasi als Keil. Jeweils 10cm.

Wie das immer so ist, näht man ja nicht so, dass man Wochen vorher fertig wird. So ergab es sich also, dass ich einen Nachmittag vor dem großen Event fertig wurde und das Kleid voller Vorfreude anzog.

Vorne war auch alles super. Aber was ist denn da hinten los??? Ich hatte einen Entenarsch! Die komplette zusätzliche last-minute Weite fiel in schönen Wellen über meinen Hintern und nicht wie gewünscht über den gesamten Rock. Wer hätte es ahnen können…

Meine Mutter und ich waren ratlos, aber der Meinung, dass das nicht so bleiben könnte. Also rief sie eine Bekannte an, die zufällig Schneiderin ist. Sie erklärte mir dann, dass ich diese zusätzliche Weite wieder rausnehmen muss und man nicht einfach so irgendwo den kompletten Wunschbetrag addiert.

Hab ich getan und alles wurde gut. Uh, wenigstens konnte ich was abschneiden! Dranschneiden ist ja immer etwas blöd…

Achso, der zweite Lerneffekt, der natürlich aber schon wieder in Vergessenheit geraten ist… natürlich… Werd nicht erst auf den letzten Drücker fertig!

Nicht markieren

Hatten wir das nicht alle schon?

Kein Bock diese ganzen Linien zu übertragen, das wird schon irgendwie.

Um dann, wenn es soweit ist und man diese Markierungen plötzlich doch braucht, hektisch im Schnittmuster nachzumessen. Es wird meistens einfach nicht hundertprozentig gerade, weil das Nähstück oft ja schon halb fertig genäht ist und nicht mehr glatt liegt.

Tut euch also den Gefallen und markiert vorher alles wichtige. Und vielleicht auch die Linien oder Punkte, die erstmal nicht wichtig erschienen. Vielleicht braucht ihr sie doch und seid dann froh, sie übertragen zu haben.

In diesem Artikel erkläre ich übrigens nochmal, warum Markieren mit zu meinen ultimativen Nähtipps gehört.

Die falsche Größe zuschneiden

Falsches Messen kann fatal enden

Ein heißes Pflaster!

Eigentlich möchte ich nur eins dazu sagen:

Verarsch dich nicht selbst. Mess ordentlich und akzeptier die Maße, wie sie sind.

Es nützt niemandem, wenn du beim Messen schummelst oder ganz weglässt, weil „36 ja immer gepasst hat“.

Ich hab da ja mal ein Kleid zugeschnitten. Die Größe auf dem Umschlag hat nicht ganz gestimmt, aber ich dachte mir, da wird ja noch Weitenzugabe drin sein, also sitzt es dann halt eng. Nee, war nicht so und ich hab es nicht mal zubekommen. War scheiße, next.

Es ist manchmal nicht so einfach. Ich war auch etwas deprimiert, als das Maßband nach zwei Schwangerschaften 2 Zentimeter weniger an der Brust angezeigt hat.

Aber ich habs dann einfach in meinen Größensatz übertragen, nützt ja nichts. Ich wäre schlechter drauf gewesen, wenn mir meine maßgeschneiderten Sachen nicht gepasst hätten wegen einer Eitelkeit und einer Zahl.

Diese Größen sind irgendwann mal von irgendwem festgelegt worden, sie verändern sich von Zeit zu Zeit und von Label zu Label.

In meinen Schnittmustern existieren sie natürlich auch. Sie dienen vor allem zur Orientierung, sollten aber den Blick in die Maßtabelle nicht ersetzen.

Fadenkauf vergessen

Mein persönlicher Dauerbrenner!

Immer, aber auch immer, vergesse ich dieses blöde Nähgarn.

Meistens finde ich ja in meinem Fundus dann doch noch was ähnliches oder nähe mit einem Garn des Evergreen-Dreigestirns Grau, Beige oder Bordeaux.

Gut, dass die meisten Klamotten ja eh schwarz sind, dann also schwarz.

Nur als ich dann angefangen habe für die Kinder zu nähen, kamen solche Farben wie beere, petrol oder senf ins Spiel. Joa, hab ich mittlerweile auch im Schrank, allerdings meist nur ein Röllchen für die sichtbaren Nähte.

Kein Bock auf Auftrennen

Ich predige gerne zeitaufwändige Dinge.

Auftrennen ist wahrlich kein Spaß. Besonders Overlock- oder Coverlocknähte können dabei richtige Arschlöcher sein. Nachher hat man dann auch noch ein Loch im Stoff…

Aber seit meiner Schneiderausbildung gehört Auftrennen für mich definitiv zu den notwendigen Dingen, wenn ich nicht voll zufrieden mit der Naht bin. Hauptsächlich, wenn sie auch noch sichtbar ist. Wie sieht das denn auch aus? Die Naht kann nicht einfach machen, was sie will! Meine Ausbilderin hat in solchen Fällen immer nur ein Wort gesagt:

Hässlich!

Und damit hat sie auch verdammt recht. Tu dir also den Gefallen und trenn das auf, was dich stört. Am besten sofort, und nicht erst am Ende, wenns schon zu spät ist.

Ich hoffe, ich konnte dich etwas erheitern oder aufheitern mit dieser Liste der Grausamkeiten. Die meisten Dinge passieren einem ja zum Glück nur einmal – oder auch zweimal… Was ist dir denn schon passiert? Und, trennst du schon oder bleibt das so?

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